In Zwingenberg werden Stars gemacht

Die Schlossfestspiele ziehen junge Newcomer ebenso an wie etablierte Könner. Casting mit Bewerbern aus ganz Deutschland.

RNZ vom 29.11.24, Pia Geimer

Justin Brandmeier
Eine der tollen Neuentdeckungen aus der Region: Justin Brandmeier punktete mit sattem „italienischem“ Operntenor. Foto: Pia Geimer

Der kleine Festspielort Zwingenberg am Neckar hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem bekannten Player in der Musicalszene gemausert. Rühriger Architekt dieser Erfolgsgeschichte ist Intendant Rainer Roos, dem es gelungen ist, die Schlossfestspiele mit einem deutlich knapperen Budget als andere Spielstätten in der Profi-Liga der Musicals zu etablieren.

Es hat sich herumgesprochen, dass hier Karrieren starten können. Oder in eine neue Richtung gehen, denn einige Solisten, die schon einmal dabei waren, kommen gerne wieder – manchmal auch in einer ganz neuen Funktion, beispielsweise als Regisseur.

Inzwischen bewerben sich auf die größeren Rollen neben aufstrebenden Newcomern zunehmend auch bereits etablierte Sänger, die schon auf allerlei großen Bühnen gestanden sind.

Noch ist es ein gut gehütetes Geheimnis, welches Stück die Musicalfans im Sommer 2025 im Schlosshof erleben werden. Aber Rainer Roos weiß natürlich schon, was er gerne realisieren würde und welche Rollen er dafür besetzen muss. Dieser Tage gab es daher wie immer im November ein offizielles Casting mit Vorsingen für die Solisten und anschließend auch für die kleineren Nebenrollen oder den Chor.

Aus fast ganz Deutschland, aus Hamburg, München, dem Ruhrpott und Berlin waren diesmal Bewerber angereist, um sich für die begehrten Solorollen vorzustellen, die in diesem Jahr nicht nur ungewöhnlich zahlreich, sondern auch ganz vielfältig sein werden. Besonders interessant für Zwingenberg sind Darsteller, die nicht nur Stimme und Ausstrahlung besitzen, sondern künstlerisch möglichst vielseitig aufgestellt sind.

Die meisten der diesjährigen Castingteilnehmer sind bereits ausgewachsene Musical-Profis, aber es waren auch ausgebildete Schauspieler oder Tänzer darunter, die zusätzlich ihr sängerisches Potenzial weiterentwickeln möchten. Oder talentierte Sänger aus der Umgebung, die noch einem anderen Brotberuf nachgehen und parallel dazu in der Freizeit ihre Stimme haben ausbilden lassen.

Bei den Castings gibt es daher immer wieder überraschende und vielversprechende Neuentdeckungen wie einen Sänger aus einer privaten Opernklasse in der Region, der mit einer tollen Puccini-Arie aufwartete.

Bei den Profis war zu spüren, dass für die wichtigen Rollen ganz bestimmte "Typen" ins Auge gefasst wurden: mal elegant und sensibel, mal quirlig clownesk, mal handfest und humorvoll. Manchmal passt aber auch gerade ein Quereinsteiger auf eine bestimmte Rolle perfekt, obwohl er sängerisch noch gar nicht so viel Musical-Erfahrung hat.

Während die "alten Hasen" sich zumeist sehr gut verkaufen mit ihren vorbereiteten Stücken (begleitet vom Playback per Handy und Bluetooth-Box), gibt es für die Neulinge auch schon einmal Tipps, welche Songs vielleicht ideal zu ihnen passen würden.

Die Atmosphäre beim Casting für Zwingenberg ist immer freundlich und konstruktiv, trotz der unvermeidlichen Anspannung. Gelegentlich lässt Rainer Roos einen verheißungsvollen Kandidaten mit einer halben Stunde Vorbereitung auch noch schnell einen neuen Song lernen, um einen Eindruck von seiner Auffassungsgabe und Flexibilität zu bekommen.

Andere scheinen spontan perfekt in eine bestimmte Rolle hineinzupassen, da geht es dann nur noch darum, ob der sommerliche Zeitplan von Zwingenberg mit ihren anderen Verpflichtungen kompatibel ist.


Weitere Pressebilder

Impressum

Justin Brandmeier

Gerhart-Hauptmann-Str. 1
74889 Sinsheim
Telefon: +49 000 0000000
E-Mail: webmaster@tenor-brandmeier.de

[ Datenschutzhinweis ]